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JOHAMMER
Ein Maschinenbauer auf Abwegen
JOHAMMER – Vom Automatisierer zum Cruiser

„Wer echte Innovationen will, sollte einmal alles Althergebrachte vergessen“, eine interessante Denkhaltung, die den oberösterreichischen Maschinenbauer Johann Hammerschmid und sein Team zur Entwicklung eines Elektro-Motorrads der Superlative geführt haben. Das ist aber noch lange nicht alles, denn bei „Johammer“ wird weitergedacht ...

Ganz ohne Ziel, auf zwei Rädern dem Sonnenuntergang entgegen – alleine mit der Straße und der Maschine. Das ist der Stoff, aus dem echte Bikerträume sind. In der Realität angekommen entpuppt sich diese Vision jedoch meist als nicht recht realitätstauglich, denn viel Lärm, reichlich Abgase und die Schädigung der Umwelt waren wohl kaum Teil des idyllischen Bildes. Zwar gibt es schon Entwicklungen in Richtung „E-Motorrad“, die über einfache „E-Roller“ hinausgehen, jedoch sind diese meist mit vielen Abstrichen verbunden. Insbesondere die mögliche Fahrstrecke und die Akkutechnologie waren bisher deutliche Mankos. Der „Johammer“ – eine Zweiradinnovation eines österreichischen Maschinenbauers aus der Automobil-Zulieferindustrie – lässt nun nicht nur mit interessanten Kennzahlen aufhorchen, die Maschine besticht auch durch ihr ungewöhnliches Design.

Zitat Text

"Herkömmliche Mobilitätslösungen haben in vielen Bereichen technologisch ihren Zenit erreicht."

Johann Hammerschmid, CEO

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Antrieb des J1 (beide Modelle):
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  • Leistung: 11 kW (Spitzenleistung 16 kW)
  • Drehmoment: max. 220 Nm am Hinterrad
  • Getriebe: 1:10,15
  • Bauart: Permanent erregter Synchronmotor mit einstufigem Getriebe, beides im Ölbad laufend, lebensdauergeschmiert, wartungsfrei
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Akku des J1 (beide Modelle):
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  • Bauart: Li-Ionen Akku FaLi-Ionen Akku Fabrikat Johammer
  • Nennspannung: 72 V, Nutzbereich zwischen 60 V und 82 V
  • Ladeleistung: an 240 V Schuko-Steckdose 16 A
  • Ladegerät: onboard 3 kW
  • Lebensdauer: über 200.000 km (85 % Restkapazität)
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Fahrwerk des J1 (beide Modelle):
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  • Rahmen: Zentral-Rahmen aus Aluminium, geschraubt
  • Schwinge (hinten): Einarmschwinge aus Aluminiumguss, mit integrierter Antriebseinheit
  • Schwinge (vorne): Zweiarmschwinge aus Aluminium mit parallel angeordneten Bremsmoment-Aufnahmen
  • Dämpfung: Zentrale Federdämpfer, mit Umlenkung, wartungsfrei horizontal im Mittelrahmen angeordnet
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Bremsen des J1 (beide Modelle):
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  • Bauart: Braking Doppelkolben-Bremszangen
  • Scheibendurchmesser: 300 mm
  • Standzeit: Aufgrund der Rekuperation liegt die Standzeit der Bremsbeläge weit über der üblichen Kilometerleistung
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Abmessungen des J1 (beide Modelle):
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  • Gesamtlänge: 2.200 mm
  • Gesamthöhe: 1.300 mm
  • Radstand: 1.455 mm
  • Lenkerbreite: 814 mm
  • Sitzhöhe: 650 mm
  • Schwerpunkt: 350 mm
  • Schräglage: 43°

K. o.-Kriterium Reichweite
J1.200, so heißt der Cruiser von Johammer, ist – wie man seitens des Entwicklerteams unterstreicht – das erste Serien E-Motorrad mit weit über 200 km Reichweite. Die elektronisch begrenzte Spitzengeschwindigkeit dieses Johammer-Modells beträgt 120 km/h – also ideal zum Cruisen. Die Beschleunigung liegt bei etwas über 10 Sekunden von 0 auf 100 km/h (gewichtsabhängig). Die Akkukapazität beträgt 12,7 kWh, die Ladedauer (80 %) 3,5 h (optional 80 min) und das bei einem Gesamtgewicht von nur 178 kg. Für den Stadtverkehr auf eine Reichweite von rund 150 km ausgelegt, steht zusätzlich ein etwas leichteres Modell J1.150 (159 kg) zur Verfügung, das über eine Akkukapazität von 8,3 kWh verfügt.

1,20 Euro auf 100 km
Stabilität und Gewicht wurden beim J1.200 zum perfekten Optimum geführt, der E-Antrieb und der Regler wartungsfrei in das Hinterrad integriert. Ein extrem torsionssteifer Mittelrahmen aus Aluminium nimmt sowohl das Akkupack als auch die Federdämpfer auf. Hinten verfügt das J1.200 über eine Einarmschwinge mit progressiver Dämpferanlenkung – vorne über eine Zweiarmschwinge ebenfalls mit progressiver Dämpferanlenkung, wodurch das Bremsnicken weitgehend abgefangen
wird. Zwei multifunktionale Rückspiegel integrieren die Anzeigeinstrumente, auf denen mittels hochauflösenden 2.4" Farbdisplays alle relevanten Fahr-, Zustands- und Warninformationen gut ersichtlich sind. Rekuperation – also die Energierückgewinnung beim Bremsen mit der elektrischen Motorbremse – gehört bei Johammer natürlich zum Standard. Die Betriebskosten pro 100 km betragen etwa 1,2 Euro (bei Stromkosten von rund 0,2 Euro/kWh), wenn der Ladestrom aus dem herkömmlichen Netz bezogen wird. Die Ladung mittels Fotovoltaik eröffnet weitere spannende Möglichkeiten.

Neue Wege
Die außergewöhnliche Reichweite von beinahe 300 Kilometern und alle weiteren Features des J1.200 beruhen auf der konsequenten Verfolgung eines ungewöhnlichen Innovationskonzepts. Johann Hammerschmid, Miteigentümer und Geschäftsführer der Johammer e-mobility GmbH sowie der Hammerschmid Maschinenbau GmbH: „Kein Motorradhersteller der Welt kann derzeit im Bereich der E-Mobilität mit derartigen technischen Features aufwarten. Einfach einen Elektromotor in ein herkömmliches Motorradkonzept ‚einzupflanzen‘, wäre da viel zu kurz gedacht gewesen und vor allem ein unnötiger Kompromiss. Wir sind deshalb in vielen Bereichen völlig neue Wege gegangen oder haben Bewährtes neu formuliert.“

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